Mitgliederversammlung mit René Röspel 

Vom schmelzenden Eis der Antarktis bis zum Hochwasser an der Volme.

25 Personen waren der Einladung der SPD Breckerfeld zur Mitgliederversammlung am 1. Juli 2026 gefolgt. Im Mittelpunkt des Abends stand eine ebenso aktuelle wie drängende Frage: „Was haben Breckerfeld und das Volme-Hochwasser mit dem schmelzenden Eis der Antarktis zu tun?“

Antworten darauf gab René Röspel, Biologe und ehemaliger Forschungspolitiker, in einem eindrucksvollen Bildervortrag über die Ursachen und Folgen des Klimawandels. Dabei spannte er den Bogen von den weltweiten Veränderungen des Klimas bis zu den Auswirkungen, die längst auch in unserer Region zu spüren sind.

Röspel machte deutlich, dass der menschengemachte Ausstoß von Treibhausgasen die wichtigste Ursache des heutigen Klimawandels ist. Vor allem die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas zur Energieerzeugung, in der Industrie und im Verkehr setzt große Mengen Kohlendioxid frei. Hinzu kommt die Abholzung von Wäldern, wodurch immer weniger CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen werden kann.

Die Folgen dieser Entwicklung sind inzwischen weltweit sichtbar und auch in unserem täglichen Leben angekommen. Steigende Durchschnittstemperaturen und immer neue Hitzerekorde, die Erwärmung der Weltmeere und Flüsse sowie das Schmelzen von Gletschern und Polareis gehören ebenso dazu wie häufigere Extremwetterereignisse. Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und Stürme bedrohen Menschen und Natur und verursachen erhebliche Schäden.

Auch die Landwirtschaft bekommt die Veränderungen zu spüren. Trockenheit und Überschwemmungen können zu Ernteausfällen führen. Gleichzeitig nehmen Gesundheitsrisiken durch große Hitze und schlechte Luftqualität zu. Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zeigen zudem, dass der Klimawandel längst auch eine große wirtschaftliche Herausforderung darstellt.

Doch René Röspel blieb nicht bei der Beschreibung der Ursachen und Folgen stehen. Entscheidend sei die Frage, was Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und jeder Einzelne tun können. Dazu gehört die deutliche Verringerung der Treibhausgasemissionen, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, der Schutz von Wäldern und natürlichen Lebensräumen sowie ein bewussterer Umgang mit Energie und Ressourcen. Gleichzeitig müssen sich Städte und Gemeinden besser auf die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten, beispielsweise auf Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen.

„Jeder von uns ist aufgefordert, seine persönliche CO₂-Bilanz zu prüfen und, wenn möglich, zu korrigieren. Es geht nicht nur um unsere, sondern vor allem um die Zukunft der nächsten Generationen“, so René Röspel.

Wie ernst die aktuelle Situation ist, verdeutlichte er mit eindrucksvollen Bildern und persönlichen Erfahrungen seiner Forschungsreise zur Neumayer-Station III in der Antarktis. Als Mitglied des Senats der Helmholtz-Gemeinschaft hatte er auf Einladung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung die Möglichkeit, Eindrücke von der deutschen und russischen Antarktis-Station zu gewinnen.

Sein Fazit des Abends war nachdenklich, aber nicht ohne Hoffnung: Die Situation ist ernst, und vieles ist bereits nicht mehr umkehrbar. Dennoch ist es nicht zu spät, Veränderungen auf den Weg zu bringen. Viele Menschen haben die Bedeutung des Klimaschutzes erkannt, und mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien sind wichtige Schritte bereits gemacht worden.

Die zentrale Botschaft des Abends war deshalb klar: Klimawandel findet nicht nur in der fernen Antarktis statt. Seine Auswirkungen reichen bis in unsere Städte und Gemeinden. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und heute zu handeln – für uns und für die kommenden Generationen.

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